Schneller Einstieg in den Ökostrom ist im Sinne der CDU
In einer Stellungnahme zum Ökostromentscheid der Stadtwerke Brühl stellt sich die CDU-Fraktion klar hinter der Entscheidung, dass die Stadtwerke unter ihrem Geschäftsführer Erwin Gardemann kurzfristig die Möglichkeit zum Umstieg auf "Grünen Strom" für alle Strombezieher der Brühler Stadtwerke genutzt hat. Hier der Bericht der Stadtwerke: Ab 01. April 2011- 100% Ökostrom für alle Brühler Stromkunden.
Die Kritik von Bündnis 90/Die Grünen weißt die CDU als unberechtigt zurück. Der Fraktionsvorsitzende Hans Theo Klug erläutert dies in einem Bericht an die Brühler Medien wie folgt:
Auch die CDU-Fraktion war zunächst von der Pressemitteilung der Stadtwerke zum Kauf von RECS-Zertifikaten überrascht, sah aber nach sofortiger Klärung der Sachlage weder die Notwendigkeit noch die Berechtigung zu einer Kritik, wie sie von BÜNDNIS 90 / Die GRÜNEN formuliert wurde.
1. Die furchtbaren Ereignisse in Japan haben bei den Stadtwerken Brühl zu einer Vielzahl von Anrufen bezüglich Ökostrom geführt. Um einer sich abzeichnenden Nachfrage nachkommen zu können und einer möglichen Kundenabwanderung vorzubeugen, sah sich der Geschäftsführer zu einem schnellen Handeln gezwungen. Er setzte sich deshalb kurz mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden ins Benehmen, da der Kauf von Zertifikaten wegen einer Fristbindung und der zahlenmäßigen Beschränktheit schnellstmöglich erfolgen musste, und hat dann die Entscheidung getroffen und umgesetzt.
2. Der Geschäftsführer hat gemäß Satzung der Stadtwerke völlig korrekt und im betrieblichen Interesse der Stadtwerke Brühl gehandelt. Nach Satzung der Stadtwerke bedurfte es für diese Entscheidung keines Beschlusses des Aufsichtsrates. Selbstverständlich ist aus Sicht der CDU-Fraktion bei einem solchen Eingriff in das Portfolio die Befassung des Aufsichtsrates mehr als wünschenswert, doch akzeptiert sie angesichts der Notwendigkeit einer schnellen Entscheidung, dass eine formelle Befassung des Aufsichtsrates unterblieben ist. Es wäre sicherlich hilfreich und formgerecht gewesen, den Aufsichtsrat per Fax oder Mail über die Entscheidung umgehend zu informieren.
3. Eine Informationspflicht gegenüber dem Rat oder anderen städtischen Gremien, wie sie BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN postuliert wird, besteht nicht. Die gestartete Kampagne fällt ausschließlich in die Geschäftstätigkeit der Stadtwerke. Will der Gesellschafter Stadt Brühl hier Einfluss nehmen, kann er durch Ratsbeschluss seinen Vertreter in der Gesellschafterversammlung anweisen, den Geschäftsführer mit der Durchführung vom Rat festgelegter Maßnahmen zu beauftragen.
4. Dass der Bürgermeister als Repräsentant des „Konzerns Stadt Brühl“ im Rahmen einer gemeinsamen Ankündigung im Rathaus den Geschäftsführer der Stadtwerke in seinem ebenso sinnvollen wie mutigen Beschluss unterstützt, ist aus Sicht der CDU-Fraktion legitim und nachvollziehbar.
5. Die vielfach in diversen Medien erhobene pauschale Kritik an den RECS-Zertifikaten ist in der Sache nicht gerechtfertigt. Der Verkauf von Strom, der ausschließlich aus erneuerbaren Energien gewonnen wurde, ist derzeit unmöglich, da die Stadtwerke Brühl dann vom übrigen deutschen Netz oder Deutschland vom europäischen Verbundnetz abgekoppelt werden müssten und gleichzeitig entsprechende Strommengen aus erneuerbaren Energien verfügbar sein müssten. Die Stadtwerke Brühl produzieren zwar durch die Bürgersolaranlagen – die dritte Anlage ist in Vorbereitung – und ihre Kraft-Wärme-Kopplung in den Blockkraftheizwerken „grünen“ Strom, doch ist eine Gesamtversorgung nur möglich mit dem Zukauf von Strom aus dem großen „europäischen Stromsee“, in dem sich Strom aus allen Erzeugungsarten befindet. Eine Netzabkopplung würde auch bedeuten, dass kein Ökostrom aus anderen Gebieten mehr ankommt. Zur Unterstützung des Umstieges auf Ökostrom bleiben somit den Stadtwerken Brühl derzeit nur zwei Optionen:
a. Eigene Produktion von Ökostrom alleine oder im Verbund mit Dritten bei Einspeisung in das eigene Netz wie z.B. bei den Bürgersolaranlagen oder
b. der Kauf von Zertifikaten, der die Nachfrage nach Ökostrom und damit auch Investitionen in erneuerbare Energien steigert und somit global bei der Reduzierung CO2-erzeugender Energiegewinnung und beim Atomausstieg hilft.
6. Entgegen der Auffassung von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN verfolgen die Stadtwerke Brühl das Ziel Null CO2 für Brühl in Tat und Wort seit Einführung der Elektroroller im Jahr 2009.
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